Neubeginn in der Wilhelmstraße

Am 9. August 1945 wurde Jost in Fürstenwalde entlassen und kehrte in das riesige Berliner Trümmerfeld zurück. Weder Gas-, Wasser- oder Stromversorgung funktionierte. Provisorisch richtete Jost im Haus Mohrenstraße Nr. 62 eine Notapotheke ein, da eine Wiedererrichtung am alten Standort nicht mehr möglich war.

Das Gesundheitsamt Mitte bescheinigte Jost, dass eine Wiederherstellung der Apotheke wegen Sicherung der arzneilichen Versorgung der Bevölkerung im öffentlichen Interesse lag. Jost fand geeignete Räume in der Wilhelmstraße 59, Ecke Leipziger Straße, im Hause der Firma C. A. Herpich & Söhne (Pelz Herpich). 144m² im Erdgeschoß und 120m² Kellerräume wurden für 65.000 Reichsmark eingerichtet und am 1. Oktober 1946 als "Engel-Apotheke" an ihrem fünften Standort wiedereröffnet.

Auf Anweisung der Zentralkommandantur in der sowjetischen Besatzungszone mussten die Apothekenräume zum 31. Januar 1949 entschädigungslos geräumt werden, damit im Herpich-Haus das erste Warenhaus der Handels-Organisation HO entstehen konnte.

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